Der Neue CCTV-Turm
- Standort: Nr. 32, Ost-Mittlerer 3. Ringstraße, Bezirk Chaoyang, Peking, China
- Gründe für einen Besuch: Eines der neuen Wahrzeichen von Peking, eine avantgardistische Architektur in Peking
- Unsere Bewertungen: ★★★★
- Öffnungszeit: Die Besichtigung beschränkt sich auf die Außenansicht; ein Zutritt zum Innenraum ist nicht gestattet.
Hauptsitz von CCTV (China Central Television) oder der Neue CCTV-Turm zeichnet sich durch sein völlig neuartiges Aussehen aus. Zweifellos wird sich jeder, der den neuen CCTV-Turm auch nur einmal gesehen hat, ihn für immer einprägen.
Der attraktive CCTV-Hauptsitz, der am 1. Januar 2008 fertiggestellt wurde, ist ein 234 Meter (768 Fuß) hoher Wolkenkratzer mit 44 Stockwerken. Er befindet sich im zentralen Geschäftsviertel (CBD) Pekings und dient als Hauptsitz des China Central Television. Die Architekten des Gebäudes waren Rem Koolhaas und Ole Scheeren vom Architekturbüro OMA, und das Unternehmen Arup entwickelte das komplexe Ingenieurprojekt.
Das Bauprojekt
Der CCTV-Hauptsitz wurde 2008 anlässlich der Olympischen Spiele in Peking fertiggestellt. Mit dem Ziel, einen bleibenden Eindruck in der Welt zu hinterlassen, begannen die Vorbereitungen für den Bau dieses Wolkenkratzers bereits 2003. Nach langen Diskussionen und Analysen durch Experten wurde beschlossen, den neue CCTV-Turm am dritten Ring in Peking, China, auf einem 10 Hektar großen Grundstück im neuen zentralen Geschäftsviertel zu errichten.
Dieses Bauprojekt war der Ausgangspunkt für den Plan zur Neugestaltung des Zentrums von Peking. Das Ziel dieses Projekts ist es, ein Bild eines modernen Peking mit kreativer und funktionaler Architektur zu schaffen und gleichzeitig das historische Erscheinungsbild der Stadt zu bewahren.
Eine architektonische Legende: Der Weg des Durchbruchs von der Konzeption bis zur Verwirklichung
Form und Konzept, die Vorstellungen auf den Kopf stellen
Das Design des neuen CCTV-Gebäudes wurde vom niederländischen Büro OMA unter der Leitung von Rem Koolhaas in Zusammenarbeit mit dem deutschen Architekten Ole Scheeren entwickelt. Im Gegensatz zu traditionellen Wolkenkratzern mit vertikaler Komposition besteht das Gebäude aus zwei geneigten Türmen: der östliche erreicht eine Höhe von 234 Metern, der westliche 194 Meter. Beide Türme sind im unteren und oberen Bereich um 6 Grad nach außen geneigt, als ob eine unsichtbare Hand sie zu einer S-Form „verdrehen“ würde. In einer Höhe von 163 Metern verbinden sie sich über eine 75 Meter lange L-förmige Auslegerkonstruktion in der Luft und bilden einen geschlossenen Ring. Dieses Konzept der „zwei miteinander verbundenen Türme“ verändert die traditionellen Vorstellungen von Hochhäusern vollständig.
Der Designer Koolhaas erläuterte, dass diese Form eine Metapher für den „Prozess der Fernsehproduktion“ sei: Die beiden Türme symbolisieren die Erstellung und Verbreitung von Inhalten, während die luftige Brücke die Interaktion und Integration verschiedener Abteilungen darstellt. Aus städtebaulicher Sicht vermeidet diese Lösung die traditionelle Beschattung angrenzender Gebiete und gewährleistet eine offenere Interaktion des Gebäudes mit den Straßen und Parks der Stadt.
Technische Meisterleistungen, die die Grenzen des Möglichen verschieben
Hinter dieser avantgardistischen Form verbirgt sich eine Reihe von ingenieurtechnischen Durchbrüchen. Da die Türme in zwei Richtungen geneigt sind, waren traditionelle vertikale Tragstrukturen völlig ungeeignet. Die Ingenieure entwickelten eine innovative „rautenförmige Stahlfachwerkkonstruktion“: Die Außenhaut des Gebäudes ist mit unregelmäßigen, rautenförmigen Zellen aus hochfestem Stahl bedeckt, die als „Skelett“ fungieren und die enormen Zug- und Druckkräfte, die durch die Neigung entstehen, gleichmäßig verteilen. Schätzungen zufolge wurden insgesamt über 140.000 Tonnen Stahl verbaut, und die Luftbrücke allein wiegt 50.000 Tonnen – das entspricht dem Gewicht von fünf Flugzeugträgern.
Um die Sicherheit zu gewährleisten, führte das Bauteam dreijährige Windkanaltests und Erdbebentests durch. Die Ergebnisse zeigten, dass das Gebäude Jahrhundertstürmen (Windgeschwindigkeiten von bis zu 30 Metern pro Sekunde) und Erdbeben der Stärke 8 auf der Richterskala standhält. Ein besonders beeindruckendes Ereignis während der Bauarbeiten im Jahr 2008 war das Anheben der Luftbrücke – eine wahre Meisterleistung in der Weltbaugeschichte. Mit Hilfe von vier riesigen Hydraulikhebern wurde dieses 50.000-Tonnen-Monster millimetergenau auf eine Höhe von 163 Metern angehoben.
Vom Kontroversen zum Klassiker
Bereits mit der Bekanntgabe des Projekts löste das Gebäude heftige Kontroversen aus: Einige hielten seine Form für befremdlich und nicht mit der traditionellen Ästhetik vereinbar, andere zweifelten an den Baukosten (das Gesamtinvestitionsvolumen betrug etwa 5 Milliarden Yuan) und seinem praktischen Nutzen. Nach der offiziellen Inbetriebnahme im Jahr 2012 fand es jedoch allmählich Anerkennung. Im Jahr 2007 nahm das Time Magazine es in die Liste der „Zehn architektonischen Wunder der Welt“ auf, 2013 erhielt es den „Best Tall Building Worldwide“-Preis und 2014 gehörte es zu den fünf „Globalen neuen Wahrzeichen“. Heute ist es zu einem unverzichtbaren visuellen Mittelpunkt des Pekinger Central Business District (CBD) geworden. Seine einzigartige Silhouette prägt das Stadtbild mit hoher Wiedererkennbarkeit, ist sogar auf Postkarten und Souvenirs abgebildet und wurde zu einem Symbol für die Modernisierung Pekings.

Unverzichtbare visuelle Highlights: Architektonische Details und versteckte Perspektiven
1. Der „fließende Rhythmus“ der Gebäudefassade
Wenn man sich dem neuen CCTV-Gebäude nähert, zieht zunächst die Glasfassade, die von einem Netz aus Stahlträgern überzogen ist, die Aufmerksamkeit auf sich. Die Außenhülle besteht aus einer Doppelverglasung mit einer Low-E-Beschichtung, die gleichzeitig natürliche Beleuchtung, Wärmedämmung und Energieeffizienz gewährleistet.
Das rautenförmige Stahlnetz wirkt auf den ersten Blick nur chaotisch – tatsächlich ist es jedoch präzise basierend auf der Lastverteilung in jedem Abschnitt des Gebäudes berechnet: Je größer der Neigungswinkel, desto enger ist das Netz. Letztendlich entsteht so der visuelle Eindruck eines „fließenden Rhythmus“, der über die Fassade läuft.
Bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen verwandelt sich das Gebäude:
- Morgens betont die warme, goldene Sonne die Linien des Netzes und verleiht dem gesamten Gebäude einen weichen Farbton.
- Mittags reflektiert das Glas den klaren, blauen Himmel, und es scheint, als verschmilze das Gebäude mit ihm.
- Abends färbt die untergehende Sonne die Metallstruktur in orange-rote Töne, die mit den Lichtern der umliegenden Stadt kontrastieren und einen kraftvollen visuellen Effekt erzeugen.
2. Das „Wunder am Himmel“ – Die Luftbrücke
Obwohl gewöhnliche Touristen die Himmelsbrücke nicht betreten können, wirkt ihr äußeres Erscheinungsbild selbst aus der Ferne eindrucksvoll. Diese 75 Meter lange, 39 Meter hohe und 24 Meter breite Brücke verbindet die beiden Türme in einer Höhe von 163 Metern und beherbergt Nachrichtenstudios, Räume für die Nachbearbeitung und eine Aussichtsplattform (die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist).
Von unten betrachtet scheint die Brücke im Himmel zu schweben, während die beiden geneigten Türme wie Arme wirken, die sie zuverlässig stützen. Es entsteht ein erstaunlicher Kontrast zwischen der visuellen „Instabilität“ und der ingenieurtechnischen Stabilität der Konstruktion.
Der beste Ort für die Beobachtung ist der Platz auf der Nordseite des Gebäudes. Von hier aus kann man die Verbindung von Brücke und Türmen vollständig einfangen, besonders effektvoll mit einem Weitwinkelobjektiv, um die geschwungenen Formen und die Spannung der Konstruktion zu fotografieren.
3. Das TV-Kulturzentrum (TVCC): Die „sanfte Antwort“
Westlich des Hauptgebäudes befindet sich das Television Cultural Center (TVCC) – ein Gebäude, das architektonisch auf den Stil der Türme antwortet. Es ist 159 Meter hoch und seine Hauptform ist geschwungen, was einen Kontrast zu den strengen geometrischen Linien des Hauptgebäudes bildet. Das TVCC wirkt wie der „Partner“ des Hauptbaus – zusammen bilden sie eine visuelle Balance aus Stärke und Weichheit.
Im Inneren des TVCC befinden sich ein Hotel, ein Theater und Ausstellungsflächen. Die Fassade besteht ebenfalls aus Glas und Stahl, wirkt aber dank der geschwungenen Formen eleganter, was dem gesamten Ensemble Ausdrucksstärke und Harmonie verleiht.
4. Der Zeremonienplatz – Das „Wohnzimmer der Stadt“
Zwischen dem Hauptgebäude und dem TVCC erstreckt sich der Zeremonienplatz, der zu einem beliebten Erholungsort für Bürger und Touristen geworden ist. Die Bodenfläche des Platzes ist mit grauem Granit gestaltet und wird durch niedrige Grünflächen und Lichtinstallationen aufgewertet. Der Raum ist offen und minimalistisch gehalten und vermittelt das Gefühl einer modernen Stadtlandschaft.
Steht man auf dem Platz, kann man gleichzeitig das Hauptgebäude, das TVCC und die Luftbrücke sehen; dies wirkt besonders abends beeindruckend, wenn die Beleuchtung eingeschaltet wird: Die Gebäudekonturen werden von LED-Lichtbändern nachgezeichnet und das Stahlnetz der Fassade beginnt zu leuchten wie ein leuchtendes Skelett. Der Effekt ist äußerst technologisch und futuristisch.
Praktischer Guide: Tipps zur Besichtigung und Fotografie des neuen CCTV-Gebäudes
1. Besucherinformationen und wichtige Hinweise
Außenbesichtigung:
Kostenlos zugänglich, 24 Stunden am Tag. Man kann frei um das Gebäude herumgehen und Außenaufnahmen machen.
Zugang zum Inneren:
Das Hauptgebäude ist ein Bürokomplex des CCTV und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Allerdings befinden sich im TVCC (Television Cultural Center) das Beijing Guomao Hotel und die CCTV Central Theatre Hall, die mit vorheriger Buchung besucht werden können. Einige Ausstellungen und Veranstaltungen sind für die breite Öffentlichkeit zugänglich – achten Sie auf offizielle Ankündigungen.
Wichtiger Hinweis:
Das Gebäude befindet sich im zentralen Geschäftsviertel mit hohem Fußgänger- und Verkehrsaufkommen. Achten Sie während der Aufnahmen auf Ihre Sicherheit und weichen Sie Passanten aus. Die Nutzung von Drohnen erfordert eine Genehmigung der zuständigen Behörden – eigenmächtige Flüge sind verboten.
2. Beste Fotozeiten und Perspektiven
Sonnenaufgang (6:00-7:30 Uhr):
Die Sonne geht im Osten auf und beleuchtet die Schatten der Stahlkonstruktionen an der Westseite des Gebäudes deutlich. Eine ausgezeichnete Zeit, um die Silhouette des Gebäudes vor der Morgendämmerung oder dem Morgennebel zu fotografieren – die Aufnahmen erhalten eine tiefe, atmosphärische Stimmung.
Sonnenuntergang (17:30-19:00 Uhr):
Die untergehende Sonne im Westen taucht die Fassade in warme, goldene Töne. Die Luftbrücke wirft Schatten auf die Türme, und im Bild kann der Kontrast zwischen der Architektur und dem abendlichen, lebhaften Stadtleben (Scheinwerferlichter, dynamische Straßen) eingefangen werden.
Nacht (19:30-21:00 Uhr):
Wenn die Beleuchtung eingeschaltet wird (im Winter ab 18:00 Uhr, im Sommer ab 19:30 Uhr), reflektiert die Glasfassade die Lichter der umliegenden Gebäude. Verwenden Sie eine lange Belichtungszeit, um die Lichtspuren der Fahrzeuge und den Effekt der „lebendigen Stadt“ vor der Kulisse des architektonischen Meisterwerks festzuhalten.
Empfohlene Fotospots
Nordplatz (Beijing):
An der Kreuzung von Guanghua Lu und der Ostseite des 3. Mittleren Ringes. Ideal, um das gesamte Gebäude inklusive der Luftbrücke aufzunehmen.
Jinhua Nanxi Lu (Jinhua Südstraße):
Eine kleine, parallel zum Gebäude verlaufende Straße. Bietet einen hervorragenden Blickwinkel, um die Neigung der Türme zu fotografieren. Straßenlaternen oder Bäume im Vordergrund können zur Schaffung von Bildtiefe genutzt werden.
Aussichtsplattform des China World Tower (kostenpflichtig):
Im 80. Stock des Turms im Guomao-Komplex. Bietet eine Panoramaaussicht auf das CCTV-Gebäude und das gesamte Geschäftsviertel. Besonders reizvoll bei Sonnenuntergang, um ein „Gruppenporträt“ der Wolkenkratzer der Stadt zu schießen.
Tonghuihe Beilu (Nördliche Tonghuihe-Straße) (östliche Seite):
Ermöglicht Aufnahmen aus der Ferne, die das CCTV-Gebäude, das TVCC und den CITIC Tower (Pekings höchstes Gebäude) in einem Bild vereinen – vermittelt effektvoll die Silhouette des Geschäftszentrums der Stadt.
3. Kombinierte Route: Tagesausflug mit Rundumblick
Das neue CCTV-Gebäude liegt im Herzen von Pekings Central Business District (CBD), umgeben von zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Diese Route verbindet Architektur, Erholung und Kultur:
Vormittag (8:00–10:00 Uhr):
Fotostopp bei Sonnenaufgang am nördlichen Platz. Anschließend Spaziergang um das Gebäude, um architektonische Details zu entdecken.
Mittag (11:00–13:00 Uhr):
Mittagessen im Einkaufszentrum China World Mall (nur 1 km entfernt). Große Auswahl an Lokalen – von der Feinschmecker-Küche bis zum Fast Food. Durch die Glaswände bietet sich während des Essens ein Blick auf das CCTV-Gebäude.
Nachmittag (14:00–16:00 Uhr):
Besuch des CITIC Tower (China Zun) – Pekings höchstem Gebäude (nach Voranmeldung) – oder Fahrt zum Chinesischen Nationalmuseum (3 km entfernt), um in die Geschichte des Landes einzutauchen.
Abend (17:00–19:00 Uhr):
Spaziergang am Ufer des Tonghui-Flusses. Ein idealer Spot, um das CCTV-Gebäude bei Sonnenuntergang zu fotografieren. Abends laden Restaurants mit Terrassen am Wasser zum Dinner mit Blick auf die illuminierte Skyline ein.

Fazit: Mehr als nur ein „architektonisches Symbol“ – ein Spiegel des Zeitgeistes
Das neue Gebäude des China Central Television (CCTV) ist längst über seine reine Bürofunktion hinausgewachsen. Es ist zur Verkörperung einer offenen und mutigen Weltsicht Chinas zu Beginn des 21. Jahrhunderts geworden – der Bereitschaft, avantgardistische architektonische Ideen anzunehmen, und des Strebens, technologische Grenzen zu überwinden. Es ist auch ein beeindruckendes Zeugnis für den Wandel Pekings: von einer alten Hauptstadt zu einer globalen Metropole, die nun neben der Verbotenen Stadt und dem Himmelstempel auch den Geist der modernen Architektur in sich trägt und atmet. Wenn Sie diesen Ort besuchen, sollten Sie sich nicht auf die Frage versteifen, ob er „schön“ ist oder nicht. Es ist viel interessanter, die architektonische Logik zu sehen, die Gestaltungssprache in den Linien und Materialien zu lesen; den Rhythmus der Stadt im Spiel von Licht und Schatten zu erfassen; zu bemerken, wie das Gebäude mit seiner Umgebung interagiert, und darüber nachzudenken, wie eine Metropole einen Balancepunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet. Ob bei einer Aufnahme der Silhouette des Gebäudes oder einem Spaziergang um es herum – jeder Schritt hier vermittelt einen einfachen, aber wichtigen Gedanken: Peking ist eine Stadt, die zugleich uralt und jung ist.
Nützliche Informationen
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