Praktischer Reiseführer für ältere Reisende aus dem deutschsprachigen Raum in China
Liebe Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz,
mit der zunehmenden Intensivierung des kulturellen Austauschs zwischen China und dem deutschsprachigen Raum sowie den fortschreitenden Visumerleichterungen zieht Ihre alte Freundin China mit ihrem ebenso alten, aber unverwechselbar östlichen Kulturerbe, ihren majestätischen Landschaften und ihrer reichen kulinarischen Tradition immer mehr ältere Gäste aus dem DACH-Raum in ihren Bann! Auch wenn die Reise weit sein kann, ist unsere Unterstützung stets für Sie da.
Im Folgenden finden Sie einige grundlegende Hinweise, die sicherstellen sollen, dass unsere Gäste aus dem deutschsprachigen Raum gut vorbereitet und beruhigt aufbrechen und sicher und mit schönen Erinnerungen nach Hause zurückkehren können. Möge dieser Leitfaden Ihr aufmerksamer Reisebegleiter sein. Er hilft Ihnen nicht nur, die fünftausendjährige Zivilisation auf diesem alten Land zu entschlüsseln, sondern schafft auch herzliche, sichere und unvergessliche östliche Erinnerungen.
Gute Reise! Möge Ihre Erfahrung in China voller Freude, Geborgenheit und unvergesslicher Eindrücke sein.

I. Vorbereitungen vor der Abreise – Gut geplant ist halb gereist
1. Gesundheitscheck und medizinische Vorbereitung
Für Reisende über 65 Jahre, insbesondere über 70 Jahre, empfiehlt es sich, vor der Abreise einen gründlichen Gesundheitscheck beim Hausarzt oder in einer Fachklinik durchführen zu lassen. Bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzbeschwerden sollten Sie unbedingt ausreichend Medikamente sowie die dazugehörigen ärztlichen Verschreibungen auf Chinesisch und einen aktuellen Arztbrief mitführen. Diese können bei Zollkontrollen oder im Notfall für eine ärztliche Behandlung notwendig sein. Bewahren Sie unentbehrliche Medikamente für den täglichen Gebrauch immer im Handgepäck auf – nicht im aufgegebenen Koffer – um Risiken durch Flugverspätungen oder Gepäckverlust zu vermeiden.
2. Versicherungsschutz
Die meisten chinesischen Reiseveranstalter und offiziellen Reiseleiter empfehlen älteren Reisenden dringlichst den Abschluss einer speziellen Reiseunfallversicherung. Der Versicherungsschutz sollte idealerweise Leistungen wie „Notfall-Repatriierung aus medizinischen Gründen“, „Behandlung akuter Erkrankungen“ und „Rückführung der sterblichen Überreste“ umfassen. Als Mindestsumme werden 200.000 RMB (Renminbi) empfohlen. Prüfen Sie vor der Abreise sorgfältig die Versicherungsbedingungen und notieren Sie sich die Notrufnummer Ihres Versicherers.

3. Reisedokumente und finanzielle Vorsorge
Reisepass und Visum: Achten Sie darauf, dass Ihr Reisepass über das geplante Ausreisedatum hinaus gültig ist und bewahren Sie ihn sicher auf. Fotografieren Sie die Seite mit Ihren persönlichen Daten und das Visum ab, um eine digitale Kopie auf Ihrem Handy zu haben. Fertigen Sie zusätzlich zwei Papierkopien an – eine zum Mitführen und eine zur sicheren Aufbewahrung im Gepäck.
Zahlungsmittel: Mobile Bezahlsysteme (wie WeChat Pay oder Alipay) sind in China zwar allgegenwärtig, für ältere Reisende bleiben Bargeld und Kreditkarten jedoch die verlässlichste Option. Führen Sie ausreichend RMB in kleinen Scheinen mit sich, um Taxis, Straßenessen oder kleinere Einkäufe bezahlen zu können. Bargeld in RMB wird im ganzen Land von allen Händlern akzeptiert.
4. Klima und lokale Gepflogenheiten
China ist ein riesiges Land mit erheblichen klimatischen Unterschieden zwischen Nord und Süd. Während der Norden eher trocken und kalt ist, herrscht im Süden ein feuchteres und regnerischeres Klima. Informieren Sie sich vor der Abreise über die Wettervorhersage für Ihr Reiseziel und packen Sie Ihre Kleidung nach dem Zwiebelprinzip – so können Sie sich bei Bedarf immer eine Schicht an- oder ausziehen. Machen Sie sich außerdem vorab mit den grundlegenden kulturellen Gepflogenheiten und Tabus in China vertraut – sei es durch Reiseführer oder Online-Ressourcen. So ist es beispielsweise angebracht, in Tempeln Stille zu bewahren und nicht auf Buddhastatuen zu zeigen.

Hinweis zum Zwiebelprinzip: Dies bedeutet, sich in mehreren Schichten übereinander zu kleiden, ähnlich den Schichten einer Zwiebel. Tragen Sie als unterste Lage schnell trocknende Funktionswäsche, um die Haut trocken zu halten. Eine mittlere Schicht aus Fleece oder Wolle dient der Isolierung und hält warm. Als äußere Schicht schützt eine wind- und wasserabweisende Jacke vor wechselhaftem Wetter. Diese Methode ermöglicht es Ihnen, sich flexibel an unterschiedliche Temperaturen – etwa zwischen beheizten Innenräumen und der kühlen Außenluft – anzupassen und beugt so Erkältungen vor. Für ältere Reisende, die sich auf Chinas wechselhaftes Klima einstellen müssen, ist diese Kleiderwahl daher ideal.
II. Die Wahl der Reiseroute – Den eigenen Rhythmus finden, Klassiker in Ruhe genießen
1. Entscheiden Sie sich für „seniorengerechte“ Routen
Da Reisende aus dem deutschsprachigen Raum oft ein starkes Interesse an Geschichte und Kultur mitbringen, ihre körperliche Belastbarkeit aber natürlicherweise Grenzen hat, empfiehlt es sich, Reiseziele mit guter Infrastruktur und „seniorengerechten“ Attraktionen zu wählen. Viele chinesische Bergregionen (wie der Gelbe Berg oder die Enshi-Schlucht) verfügen inzwischen über speziell ausgezeichnete „seniorengerechte Wege“. Diese sind mit Hinweisen zu Entfernungen, Höhenunterschieden und barrierefreien Einrichtungen versehen. Bei der Auswahl der Besichtigungen sollten Sie Routen mit langen Wanderungen, anstrengenden Aufstiegen oder risikoreichen Aktivitäten (wie Wildwasserrafting oder Glasbrückenwegen) vermeiden.
2. Verzichten Sie auf „Elite-Streitkräfte“-Programme
Chinesische Sehenswürdigkeiten erstrecken sich oft über große Areale (die Verbotene Stadt oder der Sommerpalast sind gute Beispiele), weshalb ein zu voller Terminplan nicht ratsam ist. Reisende aus dem DACH-Raum schätzen ein entspanntes Tempo. Beschränken Sie die täglichen Besuche auf zwei bis drei Orte und planen Sie ausreichend Zeit für eine Mittagspause oder eine gemütliche Kaffeepause ein. Bei der Buchung Ihrer Reise sollten Sie das Reisebüro deutlich auf Ihr persönliches Tempo hinweisen und die Reiseleitung bitten, die Schritte entsprechend anzupassen.
III. Gesundheit und Sicherheit – Wichtige Hinweise für die Reise
1. Hygiene bei Wasser und Lebensmitteln
Trinken Sie unterwegs ausschließlich Wasser aus verschlossenen Flaschen. Obwohl das Leitungswasser in China aufbereitet wird, unterscheiden sich die hiesigen Standards von denen in der EU. Ungekochtes Leitungswasser ist nicht zum direkten Verzehr geeignet; wir empfehlen daher, auch in Fünf-Sterne-Hotels auf Flaschenwasser zurückzugreifen.
Die Küche im deutschsprachigen Raum ist weltweit geschätzt, doch die chinesischen Essgewohnheiten folgen eigenen Traditionen und weisen zudem große regionale Unterschiede auf. Als Neuankömmling sollten Sie sich zunächst an stark gewürzte oder fette Speisen herantasten und sich Schritt für Schritt an die lokalen Köstlichkeiten heranwagen. Wenn Sie unter Allergien (z. B. gegen Meeresfrüchte) oder Unverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz) leiden, lassen Sie sich Ihre Einschränkungen am besten auf Chinesisch auf eine Karte schreiben. Diese können Sie beim Bestellen einfach dem Servicepersonal zeigen.
2. Mückenschutz und Krankheitsvorsorge
In einigen Regionen Chinas – vor allem in den südlichen Parkanlagen und den bekannten Wasserstädten – kann es in den Sommermonaten eine hohe Mückenpopulation geben. Derzeit sind zwar keine Pflichtimpfungen für die Einreise vorgeschrieben, dennoch empfehlen Gesundheitsbehörden wie das Robert Koch-Institut, sich konsequent vor Mückenstichen zu schützen, um Erkrankungen wie dem Dengue-Fieber vorzubeugen. Tragen Sie helle, langärmelige Oberteile und lange Hosen und führen Sie ein kleines Mückenschutzspray mit sich.

3. Sturzprophylaxe
Das Gelände in den chinesischen Landschaftsgebieten kann anspruchsvoll sein – ob moosbedeckte Wege, Kopfsteinpflaster oder steile Stufen. Tragen Sie daher stets bequeme, rutschfeste Schuhe mit weicher Sohle; verzichten Sie auf Lederschuhe oder Sandalen. Halten Sie sich beim Besichtigen an den Grundsatz: „Gehen ohne zu schauen, schauen ohne zu gehen“ – das heißt, bleiben Sie beim Bewegen stehen, wenn Sie die Aussicht genießen möchten. Beim Treppensteigen sollten Sie rechtzeitig einen Gehstock zur Hand nehmen oder sich am Geländer festhalten. Falls am Eingang der Attraktionen Blutdruckmessgeräte bereitstehen, nutzen Sie diese proaktiv, um sicherzustellen, dass Ihre körperliche Verfassung für die anstehenden Aktivitäten geeignet ist.
4. Abstand zu Tieren
Auf Reisen in China können Ihnen streunende Hunde und Katzen oder frei lebende Tiere in den Parkanlagen begegnen. Wahren Sie unbedingt Abstand, vermeiden Sie es, die Tiere zu reizen oder zu füttern – so beugen Sie Kratz- oder Bissverletzungen vor. Sollte es dennoch zu einem Zwischenfall kommen, waschen Sie die Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife aus und suchen Sie umgehend ein Krankenhaus auf, um sich gegen Tollwut impfen zu lassen.

IV. Kultur und soziales Miteinander – Respekt und Verständigung
1. Achtung lokaler Gepflogenheiten
Beim Besuch von religiösen Stätten (wie tibetischen Klöstern oder Moscheen) oder Dörfern ethnischer Minderheiten sollten Sie die örtlichen Verhaltensregeln genau beachten. In tibetischen Regionen ist es beispielsweise nicht angebracht, anderen Menschen den Kopf zu berühren. In muslimischen Gemeinschaften sollten Sie darauf verzichten, Speisen, die nicht den Halal-Regeln entsprechen, mit in Restaurants zu nehmen.
2. Fotografieren mit Stil
Auch wenn Reisende aus dem deutschsprachigen Raum gerne fotografieren, empfiehlt es sich, vor Nahaufnahmen von Menschen – insbesondere älteren Personen oder Kindern – lächelnd um Erlaubnis zu fragen. In militärischen Sperrzonen, an Grenzkontrollpunkten oder vor Ausstellungsstücken, die eindeutig mit einem „Fotografieren verboten“-Schild gekennzeichnet sind, sollten Kameras weggesteckt werden.
3. Sprachliche Verständigung
In den großen Städten und an den Touristenattraktionen können die jüngere Generation und das Personal meist auf Englisch kommunizieren. Auf der Straße oder in kleinen Läden gestaltet sich dies jedoch oft schwierig. Laden Sie sich daher Übersetzungs-Apps (wie Google Translate) auf Ihr Handy und spielen Sie das chinesische Sprachpaket bereits vorab herunter. Führen Sie die Visitenkarte Ihres Hotels mit sich sowie Zettel mit handschriftlich auf Chinesisch notierten Sätzen wie „Ich muss ins Krankenhaus“ oder „Bitte rufen Sie mir ein Taxi“.

V. Wichtige Kontaktinformationen
Für Notfälle sollten Sie folgende Nummern griffbereit haben:
Polizei: 110 (Mehrsprachiger Dolmetscherdienst verfügbar. Falls nach dem Wählen eine chinesische Ansage ertönt, legen Sie bitte nicht auf. Sagen Sie einfach „English, please“ und warten Sie auf die Verbindung mit einem Dolmetscher.)
Rettungsdienst: 120
Verkehrsunfall: 122
Verbraucherbeschwerden: 12315
Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland: Notieren Sie sich vor Ihrer Abreise die konsularische Notrufnummer der chinesischen Botschaft in Berlin oder der Generalkonsulate in Frankfurt, München und Hamburg. Im Notfall können Sie so Verwandte oder Freunde in China kontaktieren.
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in China: Halten Sie die konsularische Notrufnummer der deutschen Botschaft in Peking sowie der Generalkonsulate in Shanghai, Guangzhou, Chengdu und Shenyang bereit. Diese benötigen Sie, falls Ihre Reisedokumente verloren gehen sollten.

China blickt auf eine reiche Geschichte zurück und ist bekannt für seine herzlichen Menschen. Mit einer guten Vorbereitung und einem entspannten Reisetempo wird Ihnen diese Reise in den Osten zweifellos unvergessliche und wunderbare Erinnerungen bescheren.
Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!
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