Die sechs besten Reiseerlebnisse in Xi'an für 2026
Xi’an, die Wiege der chinesischen Zivilisation, beeindruckt mit einem historischen Erbe, das in seiner Monumentalität an die großen Epochen deutscher Geschichte erinnert. Hier startete die Seidenstraße – ein antiker Handelsweg von ähnlich weltprägender Bedeutung wie einst die Hanse. Ein Spaziergang auf der vollständig erhaltenen Stadtmauer bietet einen Blick in die Vergangenheit, der in seiner Authentizität den Eindrücken in deutschen Kaiserpfalzen oder der Romantik historischer Altstädte gleicht. Die Terrakotta-Armee, oft als „die ewige Wache des ersten Kaisers“ bezeichnet, fasziniert durch ihre schiere Menge und perfekte Disziplin.
Bei Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich das „Tang Paradise“-Viertel in ein Lichtermeer, dessen festliche Stimmung an die Gemütlichkeit deutscher Weihnachtsmärkte erinnert. Im muslimischen Viertel locken die berühmten Biangbiang-Nudeln – ihre handgemachte Kunst und herzhafte Würze sind ein kulinarisches Erlebnis, das Fans deutscher Hausmannskost begeistern wird.
Xi’an ist mehr als eine Reise in eine ferne Kultur. Es ist eine Einladung, Geschichte hautnah zu erleben und mit allen Sinnen zu entdecken – und dabei immer wieder auf vertraute menschliche Muster und kulturelle Errungenschaften zu stoßen, die uns auch in Europa geprägt haben.

Auf dem Stadtgraben schippern, Tee genießen und die Ming-Mauern bewundern
Stellen Sie sich vor, Sie gleiten auf stillen Wassergräben dahin – eine Atmosphäre fast wie in Venedig, doch umgeben von der besterhaltenen antiken Militärbefestigung der Welt: der Ming-Stadtmauer von Xi’an. Vom Boot aus genießen Sie eine Tasse duftenden chinesischen Tees, während sich die mächtigen blauen Backsteinmauern im Wasser spiegeln. Das ist keine bloße Bootsfahrt, sondern eine bewegende Teezeremonie im östlichen Stadtgraben, bei der die Zeit sanft mit dem Plätschern der Wellen verrinnt.

Die Kleine Wildganspagode: Glocke läuten, Segen empfangen
Neben dieser eleganten Pagode aus der Tang-Dynastie, die einst buddhistische Schriften beherbergte, können Sie selbst eine alte Glocke läuten. Ihr tiefer, hallender Klang breitet sich weit aus – so, als würde das feierliche Geläut einer Kathedrale die Gebete der Gläubigen begleiten. Hier können Sie Gutes für sich und Ihre Lieben erbitten. Lassen Sie diese Schallwellen, die über zwölf Jahrhunderte hinweg reichen, Ihre aufrichtigsten Wünsche in die Welt tragen und die gemeinsame Sehnsucht des Ostens und Westens nach Frieden und Glück miteinander verbinden.

Blaue Glasurziegel, ein genussvoller Nachmittagstee und Dachgesimse, die Geschichte einfangen
Entdecken Sie einen versteckten, traditionellen Hof tief in den Gassen der Altstadt. Nehmen Sie Platz unter von der Zeit gezeichneten blauen Ziegeln und grauen Dachziegeln und genießen Sie einen Nachmittag ruhevoller Mußestunden. Schlürfen Sie hier chinesischen Tee und kosten Sie Köstlichkeiten unter fein geschnitzten Dachvorsprüngen, von denen aus Sie die ferne Skyline der modernen Stadt bewundern können. Dieser Hof bietet eine friedliche Pause inmitten des Stromes der Zeit und lädt zu einer stillen Betrachtung der typisch Xi’aner Philosophie des entschleunigten Lebens ein.

Zeitreise im Gewand: Ein Tang- und Han-Kostümspektakel im alten und neuen Xi’an
Warum nicht selbst zur lebendigen Seite in diesem Geschichtsbuch werden? Schlüpfen Sie in prächtige Gewänder der Tang-Zeit und schlendern Sie durch alte Gassen oder vor den Ruinen einstiger Paläste. Die Tang-Ära war Chinas weltoffenste und kosmopolitischste Blütezeit – ein Reich, das in seiner Strahlkraft mit dem Römischen Reich verglichen wird und in seiner kulturellen Vielfalt an das florierende Mitteleuropa zur Zeit der Hanse erinnert. Wenn Sie das moderne Xi’an in historischer Kleidung erkunden, wird Ihre Gestalt zu einer lebendigen Brücke zwischen zwei großen Zivilisationen und verwandelt Ihren Aufenthalt in eine wahrhaft fesselnde Zeitreise.

Die Shuyuanmen-Fußgängerzone und die Stadt der alten Kunst
Betreten Sie diese Straße, die vom Duft der Tusche und der Aura antiker Kunst durchdrungen ist. Sie gleicht einem Freiluft-Museum für klassische chinesische Kunst. Hier finden Sie Kalligrafie, traditionelle Malerei, Siegelgravur und weitere antike Kunstschätze. Ganz so, wie man in den traditionsreichen Werkstätten des Erzgebirges den Meistern bei der Arbeit zusehen kann, haben Sie hier die Möglichkeit, den Kunstschaffenden direkt über die Schulter zu blicken oder nach einem besonderen Stück für das eigene Studierzimmer zu suchen. Hinter jedem Werk verbirgt sich sorgfältiges handwerkliches Können, das einen direkten Dialog mit Chinas tausendjährigen Kunsttraditionen eröffnet.

Lebendiges Kulturerbe: Immersive Erlebnisse im Qin-Yuan-Museum
Im offiziell zertifizierten Qin-Yuan-Museum für immaterielles Kulturerbe können Sie das komplexe Geflecht der chinesischen Zivilisation buchstäblich mit den Händen begreifen. Der Ort ist eine offene Werkstatt der Ästhetik: Sie spüren den rhythmischen Atem der Kalligrafie, wenn Sie den Pinsel führen, ertasten jahrtausendealte Muster auf Dachziegeln der Han-Dynastie und erfahren die Philosophie von Linie und Farbe beim Flechten lackierter Perlen. In Flakons entstehen mit der Technik der Innenmalerei Miniaturwelten, während Golddrahtkonturen und Mineralglasuren den „gravierten Emaille“-Stil zum Leben erwecken. Entdecken Sie die Pracht der Blattgoldauflage, die ätherische Poesie des Scherenschnitts und das lebhafte Spiel von Pigment und Papier beim Druck von Neujahrsbildern mit Holzstöcken. Jedes Handwerk ermöglicht eine unmittelbare Begegnung mit seinen Hütern – Sie nehmen nicht nur ein Kunsthandwerk, sondern ein Stück östlicher Erinnerung mit, das durch Ihre Hände neu belebt wird.

Chinesische Kalligrafie: Mit Pinsel, Tusche und Reispapier als Mittel offenbart sie Rhythmus und Philosophie durch Strichführung und Zeichenstruktur. Mehr als Schreiben ist sie ein Tanz des Geistes, der das Wesen des Schreibers durch Heben, Drücken, Pausieren und Akzentuieren des Pinsels übermittelt. Sie gilt als Herzstück der östlichen abstrakten Kunst.

Die Abreibetechnik („Steinabreibung“): Geschichte zum Anfassen
Diese uralte Reproduktionstechnik bewahrt die Muster reliefierter Oberflächen auf Papier. Dabei wird das Blatt auf die strukturierte Fläche – sei es ein Stein, eine Bronze oder ein verzierter Dachziegel – gelegt, durch vorsichtiges Klopfen angepasst und anschließend mit Tusche betupft. Die erhabenen Partien nehmen die Farbe an und machen so jahrtausendealte Inschriften und Ornamente sichtbar.
Abreibung von Ziegelreliefs ist ein besonderes Anwendungsbeispiel. Die dabei verwendeten Reliefs stammten einst von den Dachgesimsen traditioneller chinesischer Bauten. Jeder so entstandene Abrieb ist jedoch mehr als eine Kopie: Als epigrafische Kunst weckt er die Erinnerung des Materials und bietet eine unmittelbare, greifbare Verbindung zur Vergangenheit.

Malerei mit Blattgold: Mit hauchdünnem Blattgold als Pigment erschaffen Künstler auf lackierten Tafeln, Papier oder anderen Objekten durch Techniken wie das Auftragen, die Gravur und die Bemalung prächtige Bildwelten. Der Glanz des Blattgoldes überdauert Jahrtausende und bildet oft glücksverheißende Motive ab, die Ewigkeit und Vornehmheit symbolisieren – den vollendeten Ausdruck opulenter traditioneller chinesischer Ästhetik.

Scherenschnittkunst: Mit einer Schere und einem Blatt rotem Papier lässt sich eine ganze Welt voller Lebewesen heraufbeschwören. Diese Volkskunst nutzt die Sprache des Papiers, um glücksverheißende Motive und legendäre Erzählungen in kompakten Flächen zu verdichten. Zu festlichen Anlässen sind die Fensterdekorationen aus Papierschnitten die leuchtendste und herzlichste Bekundung des chinesischen Volkes für die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Der traditionelle Druck von Neujahrsbildern (Nianhua): Als vollendete Verschmelzung uralter Drucktechnik und chinesischer Neujahrsbräuche schnitzen die Handwerker die Motive seitenverkehrt in Blöcke aus Birnenholz und bringen dann durch mehrfarbigen Druck leuchtende Farben auf das Papier. Die satten, lebendigen Darstellungen – mit Figuren wie den schützenden Türgöttern oder kindlichen Glücksbringern – verkörpern den gemeinsamen Wunsch, Böses abzuwehren und Segen willkommen zu heißen. Diese Drucke sind bis heute die unverzichtbaren Farbtupfer und Erinnerungen des Frühlingsfestes.

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